Jeder kann was er kann
Eigentlich für Kinder gemacht, zeigt die Sesamstrasse unter Mitwirkung von Herbert Grönemeyer wie Begegnungen auf Augenhöhe zu verstehen sind. So gesehen ganz einfach, denn ‘jeder kann was er kann’.
Schön, dass wir uns hier treffenMein Name ist Peter Speidel. Meine Berufe sind Counselor und Ingenieur. Ich arbeite als Sparringspartner für Führungskräfte und als Klärungshelfer für Teams. |
Hier schreibe ich zu den Themen Führung, Teamarbeit und Umgang mit Konflikten. Ich freue mich auf die Diskussion mit Ihnen. Was ich mache, wenn ich mal nicht schreibe. |
Eigentlich für Kinder gemacht, zeigt die Sesamstrasse unter Mitwirkung von Herbert Grönemeyer wie Begegnungen auf Augenhöhe zu verstehen sind. So gesehen ganz einfach, denn ‘jeder kann was er kann’.
Niemand mag mitten in seinen Ausführungen unterbrochen werden. Und trotzdem unterbrechen wir uns ständig. Und weil es eben alle tun, merken wir oft gar nicht selbst, dass wir eben schon wieder jemanden ins Wort gefallen sind.
Zum einen mag es daran liegen, dass wir etwa 4 mal schneller sind im Verstehen als im Sprechen. Einen angefangenen Satz können wir oft bereits im Kopf schneller zu Ende führen, als ihn unser Gegenüber sprechen kann. Wir meinen bereits nach einigen Worten zu wissen, was auf uns zukommt. Und weil unserem Kopf dabei schnell langweilig wird, fahren wir mal eben dazwischen.
Dabei haben wir meist gute Gründe, jemanden zu unterbrechen:
Wie kann man dafür sorgen, nicht unterbrochen zu werden?
Wie wäre es mit der alten Weisheit: “was du nicht willst, dass man dir tut, das füg’ auch keinem Andern zu”? Den besten Anspruch, nicht unterbrochen zu werden, kann ich aus meinem eigenen Vorbild ableiten. Ganz nebenbei können wir so auch besser verstehen, was unser Gesprächspartner sagen mag. Wir warten nicht mehr auf den richtigen Moment zur Unterbrechung, sondern hören aufmerksamer hin.
Wirksam ist auch, beim Gesprächspartner die richtigen Erwartungen für den Austausch zu wecken:
Treffen zwei Menschen aufeinander: ein für die Arbeit bereiter Bauer und ein in der Wiese liegender Erholungssuchender. Der Bauer fühlt sich nach eigenem Bekunden vom ‘herumliegenden Faulenzer’ provoziert und hätte wohl gerne, dass dieser ihm vor der Nase verschwindet. Nicht im Ansatz gelingt ihm, diesen Wunsch an den sein Gegenüber heran zu tragen. Zu sehr lässt er sich von der Überzeugung leiten, dass seine Sicht der Welt die einzig richtige sein muss.
Durch die Augen eines Anderen betrachtet wird die Welt anders aussehen und andere Lebensweisen ermöglichen. Hätte der arbeitsame Bauer diese Haltung, dann könnte er sicher lockerer mit der vorgefundenen Situation umgehen. Er müsste sich nicht provoziert fühlen.
Was, wenn aus dem ‘herumliegenden Faulenzer’ ein ‘Mensch auf Augenhöhe’ würde? Und dieser Mensch liegt nun auf der Wiese des Bauern? Unser Bauer könnte dem Erholungssuchenden den Wunsch nahebringen, sich einen anderen Platz für seine Ruhepause auszusuchen. Vollkommen unaufgeregt, aber klar und deutlich. Mit der Chance, dass der Wunsch auch noch in Erfüllung geht.
Kaum ein Thema füllt das Sommerloch besser als Googles Angriff auf unsere Privatsphäre. Kaum eine Debatte wird so dilettantisch geführt. Hier möchte zwei Beispiele vorstellen, die von starken Worten bei vollständiger Ahnungslosigkeit zeugen.
Beispiel 1
In der Rheinischen Post (rp-online vom 12.08.2010) findet sich ein Artikel mit der Überschrift ‘Bürgerprotest gegen Google’. Die besorgten Bürger, die sich gegen Google wehren wollen, haben sich vor ihren Häusern fotografieren lassen. Das Bild findet man im Internet, die Gesichter sind nicht ausgepixelt wie von Google gefordert. Nein, es stehen sogar noch die Namen der Bürgerprotestler unter dem Bild. Wer im Telefonbuch nach den Namen sucht, der weiss in wenigen Minuten, wo die Herrschaften wohnen (und könnte sie sogar noch anrufen).
Es kommt aber noch besser. Bei bing kann man sich die Häuser bereits heute aus der Vogelperspektive ansehen. Dabei kann man praktisch um die Häuser herum gehen, mal in den Garten, mal auf der Strassenfront die Häuser ‘ausspähen’. Und wem das noch nicht reicht: sehen Sie sich Videos an, die aus dem Auto heraus von der Strasse gemacht wurden. Bei e-rent.de ist ganz Düsseldorf ge-Street-Viewed – aber mit ungepixelten Autokennzeichen und Gesichtern von Passanten.
Ob die Bürgerprotestler davon wussten? Ob die Reporterin hier hätte besser überlegen sollen, worüber und wie sie berichtet?
(Mehr dazu bei wissenslogs.de)
Beispiel 2
Aus der FAZ vom 16.08.2010
„Durch den neuen Internetdienst können Kriminelle die Objekte in aller Seelenruhe betrachten. Sie können sehen: Wie ist das Haus gesichert?“ sagte der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Rainer Wendt der F.A.S. Gleichzeitig hegt er Zweifel, ob die neuen Möglichkeiten umgekehrt auch von der Polizei genutzt werden können: „Es ist rechtlich unklar, ob eine virtuelle Streifenfahrt möglich ist.”
Street View ist kein Livedienst. Wer sich eine Strasse in Google ansieht, bekommt ein Panorama gezeigt, das aus vielen Einzelbildern zusammengebaut wurde. Die Bilder sind zu einem beliebigen Zeitpunkt aufgenommen und sind statisch. Bis der Kriminelle kommt ist das von ihm erspähte offene Fenster vielleicht schon wieder zu, der Briefkasten geleert, das Auto vor dem Haus durch ein anderes ersetzt.
Schenken Sie der Polizei doch Ihr Fotoalbum, Herr Wendt. Dann können die Schutzmänner darin virtuell Streife fahren!
Die Diskussion über den Schutz der Privatsphäre muss geführt werden. Street View kann dafür ein Anlass sein. Aber bitte lassen wir uns nicht von uniformierten Dummschwätzern erschrecken. Wer mit Google über den Schutz der Privatsphäre verhandeln möchte, der sollte wissen, wovon er spricht. Es macht dann sicher Sinn, sich auch gegen alle anderen aufzustellen, die uns gläsern machen wollen. Auch wenn Sie nicht Google heissen.
Stefan Arbeit (aka Pierre M.Krause) stellt in diesem Video die coolsten Apps für die Veränderung des Lebens vor. Richtig praktische Unterstützungen für das Dasein abseits von produktivitätssteigernden GTD’s. Natürlich gibt es das Ganze nur in Verbindung mit dem neuesten und besten iPhone aller Zeiten.