Die wollen einfach nicht verstehen

An manchen Tagen ist es einfach zum Verrückt werden, Da hat man etwas schon mehrfach gesagt, aber keiner handelt danach. Es ist, als hätte man der Wand vorgetragen. Am Ende führt dieser Frust zum Ärger und ist damit eine potenzielle Quelle für den nächsten Konflikt.

Zur Vorbeugung können Sie sich folgende Fragen stellen:

  1. habe ich das, was ich möchte, so vorgestellt, dass es vom Anderen verstanden werden konnte?
  2. habe ich es oft genug gesagt?
  3. hat der Andere kein Interesse, es zu verstehen?

Gehen wir der Reihe nach durch die möglichen Szenarien.

Ist es mir nicht gelungen, das was ich möchte so zu sagen, dass der Andere den Inhalt, den Sinn und die Notwendigkeit, danach zu handeln erkennen konnte, dann liegt das Problem bei mir. Vielleicht habe ich mein Gegenüber auch mit meiner Wortwahl und der Art der Darstellung dessen, was ich möchte, überfordert. Auch dann gibt es keinen Grund, mich über den Anderen zu ärgern.

An manchen Ideen haben Sie selbst einige Tage oder gar Wochen überlegt, bevor Sie damit auf Andere zugegangen sind. Geben Sie denen eine Chance, diese Idee mehrfach, auch gerne von verschiedenen Perspektiven aus zu hören. Die meisten Menschen müssen neue Ideen 5 – 7 mal hören, bevor sie einen Zugang dazu finden.

Sicherheit in diesen beiden Szenarien bekommen Sie, wenn Sie den Anderen fragen

  • was er verstanden hat
  • was er als nächstes tun wird
  • wie das Ergebnis aus seiner Sicht aussehen wird

Geht es um eine Idee, an der Sie selbst lange überlegt haben, dann geben Sie Ihrem Gegenüber dafür auch etwas Zeit.

Hat der Andere kein Interesse zu verstehen, dann sollten Sie als nächstes prüfen, wie wichtig Ihnen die Aufgabe, die Idee im Verhältnis zur Beziehung ist. Ist Ihnen die Beziehung wichtiger, dann stellen Sie die Idee/Aufgabe zurück – und belassen sie auch da. Ist die Aufgabe/Idee wichtiger, dann finden Sie einen anderen Weg, um sie umzusetzen – mit oder ohne den Anderen. Sie tun dies jeweils, ohne sich darüber zu ärgern, da Sie selbst so entschieden haben.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie leicht es ist, dem Anderen Desinteresse zu unterstellen. Das entlastet mich selbst und ich muss mich nicht hinterfragen. Auf diese Art kann man dauerhaft verärgert und schnell einsam werden. Ich konnte oft feststellen, dass ich mit meinen Ideen für andere zu schnell war. Nachdem ich das bemerkt hatte, konnte ich ohne Ärger meine Ideen mehrfach vorstellen, diskutieren, weich kauen.

Oft bezog sich die Idee oder Aufgabe auf die Änderung der Arbeitsweise von Mitarbeitern. Hier kann ich mich an Kandidaten erinnern, die sich eher die Zunge abgebissen hätten, als irgendein Verständnis zu zeigen. Jede verbale Zustimmung hätte für sie einen Gesichtsverlust bedeutet. Interessant war, dass die Änderung wie von selbst einige Tage später eintrat und mit tiefer Überzeugung als gute, eigen Idee bezeichnet wurde. Hier wäre falscher Ehrgeiz kein guter Ratgeber für mich gewesen.