Vertrauen siegt?!

Vertrauen ist ein Wert, “der Unternehmen nach vorne bringt”, so ein Artikel in business-wissen.de von gestern.

Festzustellen sei aber eine Lücke zwischen dem, was an Vertrauen als wichtigem Wert der Kultur im Unternehmen verlautbart wird, und dem, was von im Unternehmen arbeitenden erlebt wird. Dies würde selbst von Führungskräften beklagt. Wer, wenn nicht die Führungskräfte, wäre denn aber wohl in der Lage, dies zu verändern?

Vielleicht macht es Sinn, sich mit dem Unterschied zwischen Hoffnung und Vertrauen kurz zu beschäftigen. Beide sind in die Zukunft gerichtet. Und beide setzen darauf, dass etwas Erwartetes eintritt, von dem man aber nicht mit Gewissheit ausgehen darf. Die Hoffnung nährt sich dabei aus meiner inneren Haltung und braucht wenig bis keine Bestätigung von aussen – sie stirbt bekanntlich zuletzt. Und so kann ich auf eine Vertrauenskultur hoffen und kann beklagen, wenn sie noch nicht eingetreten ist.

Vertrauen ist etwas, an dem alle beteiligten Parteien arbeiten können. Und wenn es wachsen soll, auch müssen. Es bleibt also die Frage unbeantwortet, was die Klagenden aus eigener Kraft und Initiative tun können und werden, um die beklagte Lücke zu schliessen.

Und das nicht, weil das Humankapital die wichtigste Kapitalsorte im Unternehmen ist (wobei Humankapital alles umfasst, was mindestens eine Berichtsebene unter mir ist). Sondern weil die Einsicht, dass Vertrauen die Unternehmen nach vorne bringt, alleine nicht hilft. Und die Hoffnung, dass diese Einsicht alleine den Fortschritt ausmacht, der scheinbar einfache, aber falsche Weg ist.