Fallen Sie mir nicht ins Wort
Niemand mag mitten in seinen Ausführungen unterbrochen werden. Und trotzdem unterbrechen wir uns ständig. Und weil es eben alle tun, merken wir oft gar nicht selbst, dass wir eben schon wieder jemanden ins Wort gefallen sind.
Zum einen mag es daran liegen, dass wir etwa 4 mal schneller sind im Verstehen als im Sprechen. Einen angefangenen Satz können wir oft bereits im Kopf schneller zu Ende führen, als ihn unser Gegenüber sprechen kann. Wir meinen bereits nach einigen Worten zu wissen, was auf uns zukommt. Und weil unserem Kopf dabei schnell langweilig wird, fahren wir mal eben dazwischen.
Dabei haben wir meist gute Gründe, jemanden zu unterbrechen:
- wir haben nicht viel Zeit, wollen schnell was klären, können keine Diskussion brauchen
- wir haben das Gefühl, dass unser Gesprächspartner eben versucht, vom Thema abzuschweifen
- wir wurden eben auch unterbrochen
Wie kann man dafür sorgen, nicht unterbrochen zu werden?
Wie wäre es mit der alten Weisheit: “was du nicht willst, dass man dir tut, das füg’ auch keinem Andern zu”? Den besten Anspruch, nicht unterbrochen zu werden, kann ich aus meinem eigenen Vorbild ableiten. Ganz nebenbei können wir so auch besser verstehen, was unser Gesprächspartner sagen mag. Wir warten nicht mehr auf den richtigen Moment zur Unterbrechung, sondern hören aufmerksamer hin.
Wirksam ist auch, beim Gesprächspartner die richtigen Erwartungen für den Austausch zu wecken:
- Sagen Sie Ihren Gesprächspartnern, wenn Sie etwas länger ausführen möchten. Stellen Sie sicher, dass diese etwas Zeit mitgebracht haben und starten Sie erst dann.
- Wenn Sie ankündigen, dass Sie wenig Zeit haben und eventuelle Einreden derzeit eher als störend ansehen würden, dann kann sich Ihr Gegenüber darauf einstellen.
- Fragen Sie Ihr Gegenüber, was von Ihnen erwartet wird. Nur zuhören? erst zuhören und dann diskutieren? Sie werden damit weniger unterbrechen wollen und ‘müssen’.
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