Es soll Kollegen geben, die sich als Spürhunde für Probleme und als Helden bei deren Lösung hervortun. Klingt nach wirklich guten Eigenschaften.
Im Harvard-Business-Manager[1] fand ich einen Artikel, der diese eifrigen Kollgen als möglicherwiese am Münchhausen-Syndrom erkrankt identifiziert. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie Probleme selbt verursachen, um danach als Experten für deren Lösung aufzutreten.
So werden falsche Informationen und Ergebnisse durch die Hintertür eingebracht. Die dadurch entstehenden Probleme werden zielsicher vom Verursacher selbst aufgespürt. Heroisch werden die richtigen Informationen geliefert. Und alle loben den hilfreichen Kollegen.
Also Vorsicht, wenn
ein Kollege besonders oft Probleme aufspürt und gleich mit der Lösung aufwarten kann
sich jemand bei der Lösung partout nie helfen lassen möchte (um die Hintergründe zu verschleiern)
häufig auftretende Probleme in der Abwesenheit des Kollegen ausbleiben
Bei CNN fand ich eine Liste der ‘least stressful jobs’ (gefunden über JOBlog.de). Was habe ich mich gefreut, dass ich mir offensichtlich die richtige Beschäftigung ausgesucht habe. Als ‘Education/Training Consultant’ liege ich mit auf Platz eins.
Meine Kollegen (die in Amerika) sagen zu 60%, dass sie einen Job mit wenig Stress haben. Das soll daran liegen, dass sie im Wesentlichen für Unternehmen arbeiten, die tendenziell gute Arbeitsplätze bieten. Weil sie eben in ihre Angestellten investieren. Und die Teilnehmer an den Seminaren sind glücklich, weil sie die Chance haben, sich persönlich weiter zu entwickeln. Klingt doch gut.
Auf dem zehnten Platz taucht in der Liste übrigens der Ingenieur auf (wenn auch der Bauing). Was ein Glück, dass ich rechtzeitig den Absprung geschafft habe.
Und warum geht es mir damit im Mittel gut?
Nun, eine Untersuchung der Universität von Nottingham kommt zum Ergebnis, dass der (gefühlte) Arbeitsstress im Alter zwischen 50 und 55 seinen Höhepunkt erreicht (gefunden bei karrierebibel.de). Und da liege ich mittendrin. Die Gegenmaßnahme zum Stress sei, so die Studie, die Arbeit attraktiv und flexibel zu gestalten.
So gesehen könnte die Überschrift dann auch lauten ‘Studien bestätigen: es geht mir gut’.
Oktober 22nd, 2009 in
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Sarah Tschernigow hat im Selbstversuch an einem Speed-Coaching teilgenommen. Ihre Erfahrungen hat sie bei Spiegel-Online[1] veröffentlicht.
Sie geht nach fünf mal zehn Minuten mit je einem anderen Coach erschöpft, aber zufrieden aus der Veranstaltung. Ihr Fazit: Mehr als ein paar Tipps hatte sie nicht erwartet – und auch nicht bekommen. Und das Ganze für den Eintrittspreis von zehn Euronen,
Auf den ersten Blick stellte sich mir die Frage, ob der Begriff ‘Coaching’ für die beschriebene Veranstaltung passt. Ja, ich war überzeugt, dass hier definitiv eine andere Überschrift hin gehört. Schliesslich ist Coaching eine ernsthafte, trendy und teure Form der geführten Selbstklärung durch die Konfrontation mit anderen Perspektiven und fordernd unbequemen Fragen. Auf der Suche nach der richtigen Benennung für die beschriebene Veranstaltung wollte mir dann aber doch kein anderer, besserer Begriff einfallen.
Die Coaches treten nicht mit dem Anspruch an, eine vollständige Beratung zu leisten. Sie wollen Denkanstösse geben und die Leute mit einem kleinen Aha-Effekt gehen lassen. Das trifft unter der Überschrift ‘Speed-Coaching’ auch die Erwartungen der Klienten. Also passt doch alles.
Aber warum fragen wir nicht einfach unsere Freunde nach einem offenen Ohr und ein paar anderen Perspektiven? Weil ‘ich habe das mit meinem Coach geklärt’ auf der nächsten Party einfach besser kommt und das Ansehen in eine andere Sphäre hebt. Und nicht einfach Freund, sondern Coach zu sein, sollte der Reputation in der Nachbarschaft auch nicht schaden. Ist das die erwähnte Lebenshilfe?
Was ist zu tun, wenn Fehler der Kollegen sich auf meine Arbeit und meinen Erfolg auswirken? Ein Artikel aus Harvard Business Publishing vom gestrigen Tag bearbeitet dieses Thema ausführlich.
Kaum jemand wird mit seinen Aufgaben vollkommen unabhängig von den Kollegen arbeiten können. Irgendwie ist mein Erfolg auch immer von der Zusammenarbeit abhängig. Vor diesem Hintergrund ist der Artikel sicher einen Blick wert.
Hier möchte ich nur die wichtigen Hinweise wiedergeben:
Principles to Remember Do:
Keep in mind that relationships matter
Be direct and honest with your colleague about how the mistakes are affecting you
Offer help if the colleague is struggling with a short-term issue such as a heavy workload or a personal issue
Don’t:
Badmouth your colleague to anyone in the organization
Assume your colleague is aware of the mistakes
Go to your colleague’s manager without first talking to your colleague and your manager