Gedanken und Fakten zum Thema ‘Konflikt’ und ‘Konfliktmanagement’

Brauchen wir noch Banken?

Wer zu früh zahlt, den bestraft der Cash Flow. Und wenn alle später zahlen, dann sind wir uns gegenseitig wie eine billige Bank.

In BusinessWeek[1] habe ich gelesen: ‘Verzögern Sie Zahlungen an Lieferanten, um den Cash Flow zu verbessern‘. Am Beispiel eines Herstellers für Kartoffelchips wird diese einfache Formel hergeleitet. Analysen ergaben, dass dieser Hersteller seine Rechnungen immer pünktlich bezahlt hatte. Die Aussenstände gingen aber immer verspätet ein. Hieraus wurde dann die Lösung abgeleitet: ‘Bezahle deine Lieferanten niemals pünktlich’.

Dieses einfache Rezept ist, wie ich aus eigener Erfahrung weiss, nicht aus der Luft gegriffen.

Bei business-wissen.de[2] wird ein Gegenentwurf zum Thema ‘Liquidität sichern’ gemacht: ‘Gute Gespräche gegen schlechte Zahlungsmoral‘. Mit fünf Tipps für ein effizientes telefonisches Mahnwesen bekommt man hier konkrete Hinweise, um die Aussenstände klein zu halten. Allerdings geht der Autor davon aus, dass wir uns das Geld bei der Bank leihen sollten.

Konsequent zu Ende gedacht gefällt mir der erste Vorschlag besser: ich bekomme mein Geld von den Kunden nicht, bezahle aber auch keine Rechnungen mehr. So sind wir alle großzügig und werden reich beschenkt – Banken brauchen wir dann nicht mehr.

Quellen:

  1. To Improve Cash Flow, Stall Payments to Vendors []
  2. Gute Gespräche gegen schlechte Zahlungsmoral []

In 5 Schritten zum eskalierenden Konflikt

Falls Sie, nur so zum Spaß, aus der nächsten kleinen Meinungsverschiedenheit einen ausgewachsenen Konflikt machen möchten, dann sollten Ihnen diese fünf Schritte weiter helfen.

  1. Sagen Sie Ihrem Gesprächspartner was er fühlt
  2. Um einen Streit ins Rollen zu bringen, brauchen wir zum Start eine gute Portion emotionale Beteiligung. Die bekommen Sie sicher mit Aussagen wie

    • “Nun ärgern Sie sich doch nicht gleich.”
    • “Sie müssen sich jetzt nicht rechtfertigen.”

    Sie bekommen mit großer Sicherheit das, was Sie damit angesprochen haben. Die Emotionen sind geweckt und der Schlagabtausch kann starten.

  3. Sagen Sie ihm, warum er sagt was er sagt (oder tut, was er tut)
  4. Jetzt gehen wir daran, das innere Gleichgewicht unseres Gegenüber aus der Waage zu bringen.

    • “Das sagen Sie doch nur, weil Sie sich in der letzten Besprechung nicht durchsetzen konnten.”
    • “Sie wollen sich doch nur für … revanchieren.”

    An dieser Stelle können auch kleine Ausflüge in die psychologische Diagnostik hilfreich sein. Wie wäre es zum Beispiel mit

    • “Sie haben wohl ein grundsätzliches Beziehungsproblem.”
    • “Sie sollten an Ihrem Minderwertigkeitskomplex arbeiten”

  5. Erheben Sie Ihre Stimme
  6. Nun sollte Ihr Gesprächspartner schon in einer recht aufgebrachten Stimmung sein. Es wird Zeit, etwas Lautstärke in die Auseinandersetzung zu bringen. Körpersprachlich dem Anderen zugewandt sagen Sie mit kräftiger Stimme “nun werden Sie nicht auch noch laut”. Die ruhige Phase der Auseinandersetzung ist damit sicher beendet.

  7. Konzentrieren Sie sich auf die Vergangenheit
  8. Der Grundstein für den Konflikt ist gelegt. Geben Sie Ihrem Gesprächspartner keine Chance, auf die Zukunft oder mögliche Änderung des Gesprächsstils zu kommen. Konzentrieren Sie sich auf das, was niemand mehr zu ändern vermag: auf die Vergangenheit.

    Kontern Sie jeden Versuch Ihres Gegenüber, zu einer Übereinkunft zu kommen.

    • “Wenn Sie das so nicht gemeint haben, dann hätten Sie das auch anders sagen müssen.”
    • “Wenn Sie diese Auseinandersetzung nicht wollten, warum haben Sie dann damit angefangen?”
    • “Wer hat denn … gemacht? Das ist jetzt die Auswirkung:”

    Für die nächste Viertelstunde werden Sie mit diesem Stil und eingestreuten Rückgriffen auf Schritte eins und zwei einen richtigen Streit angefacht bekommen.

  9. Gehen Sie einfach weg
  10. Wenn Sie so Ihren Gesprächspartner richtig auf die Palme gebracht haben, sollten Sie einfach weggehen. Als Bonbon können Sie hier noch eine kleine Abschlussbemerkung einsetzen.

    • “Sie sind immer so schwierig.”
    • “Mit Ihnen werde ich darüber nicht mehr sprechen.”
    • “Sie müssen wohl immer recht haben.”

    Damit sollte der Konflikt auch noch über Tage nachwirken.

Ich bin mir sicher, dass Sie in dem einen oder anderen dieser Schritte bereits geübt sind. Den wirklichen Virtuosen erkennt man daran, dass er die weissen und die schwarzen Tasten benutzt. Üben Sie also auch das jeweilige Gegenteil dieser doch so attraktiven fünf Schritte zum eskalierenden Konflikt.