Von Mitmenschen lernen

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Wie sollten wir miteinander sprechen, um uns besser zu verstehen und voneinander lernen zu können?
Die zwölf Regeln des Philosophen Karl Popper (1902 – 1994).

Dies sind die zwölf Regeln und meine Ideen dazu:

  1. Jeder Mensch hat das Recht auf die wohlwollendste Auslegung seiner Worte.
  2. Höre einfach zu, lasse abweichende Ansichten gelten und nehme sie nicht als Angriff.

  3. Wer andere zu verstehen sucht, dem soll niemand unterstellen, er billige schon deshalb deren Verhalten.
  4. Erst einmal möchtest Du nur verstehen. Verstehen meint nicht akzeptieren und bedeutet auch nicht, einverstanden zu sein.

  5. Zum Recht, ausreden zu dürfen, gehört die Pflicht, sich kurz zu fassen.
  6. Verstehen und von anderen lernen kann nicht mit einem Monolog erreicht werden.

  7. Jeder soll im voraus sagen, unter welchen Umständen er bereit wäre, sich überzeugen zu lassen.
  8. Wenn Du nur von Deinen eigenen Gedanken und Worten überzeugt bist, dann ist jedes Lernen ausgeschlossen. Eine Gefahr, die sich in den gefilterten Informationen der modernen Medien ergibt: Du bekommst nur noch zu hören und zu lesen, wovon Du eh schon überzeugt bist.

  9. Wie immer man die Worte wählt, ist nicht sehr wichtig; es kommt darauf an, verstanden zu werden.
  10. Höre, was gemeint ist. Wenn Du nur auf die Wortwahl hörst, dann stellst Du Dich über Deinen Gesprächspartner. Überlegenheit als Haltung verhindert lernen, weil Du dann eben schon besser bist.

  11. Man soll niemanden beim Wort nehmen, wohl aber das ernst nehmen, was er gemeint hat.
  12. Worte sind die sichtbare Verpackung der Meinung. Der eigentliche Inhalt wird durch eine schöne Verpackung nicht schöner.

  13. Es soll nie um Worte gestritten werden – allenfalls um die Probleme, die dahinter stehen.
  14. Worte können mit verschiedenen Bedeutungen ‚geladen‘ sein. Frage nach, was gemeint ist. Damit kannst Du sicher stellen, dass Du und Dein Gesprächspartner das ’strittige‘ Wort mit dem gleichen Sachverhalt oder Problem verbinden.

  15. Kritik muss immer konkret sein.
  16. Mit Kritik möchtest Du eine Veränderung bewirken. Für eine gezielte Veränderung muss aber das zu ändernde Verhalten oder Argument klar sein.

  17. Niemand ist ernst zu nehmen, der sich gegen Kritik unangreifbar gemacht, also ‚immunisiert‘ hat.
  18. Wenn sich Dein Gesprächspartner klein macht, Hilflosigkeit oder Unvollkommenheit als Schutzschild vor sich trägt, dann prallt daran alles ab. Dieser Mensch möchte nicht lernen.

  19. Man soll einen Unterschied machen zwischen Polemik, die das Gesagte umdeutet, und Kritik, die den anderen zu verstehen sucht.
  20. Wenn Du anfängst, die Aussagen Deines Gesprächspartners umzudeuten, dann hast Du den Versuch zu verstehen aufgegeben.

  21. Kritik soll man nicht ablehnen, auch nicht nur ertragen, sondern man soll sie suchen.
  22. Du benutzt einen Spiegel, um Dich von hinten betrachten zu können. Eine ehrliche, kritische Rückmeldung ist der Spiegel für Deine Argumente und Dein Verhalten.

  23. Jede Kritik ist ernst zu nehmen, selbst die in böser Absicht vorgebrachte; denn die Entdeckung eines Fehlers kann uns nur nützlich sein.
  24. Durch Kritik erfährst Du, wie Du von anderen gesehen wirst. Es bleibt bei Dir, daraus für Dich etwas abzuleiten. Vorausgesetzt Du nimmst die Kritik im ersten Schritt ernst.

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